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Schauspielduo beeindruckt in Anti-Drogen Theaterstück

(Jann Janssen) Sprachlos starrten wir auf die Bühne, das Forum war mit Schweigen durchflutet und bestimmt hatten auch einige eine Träne im Auge – schließlich war gerade eben vor unseren Augen der 17 jährige Flo an einem Herzinfarkt gestorben, den er nach dem Missbrauch von Chrystal Meth erlitten hatte. Erst als die beiden Schauspieler sich an den Bühnenrand begaben, um sich vor dem Publikum zu verneigen brandete ein langanhaltender Applaus aus.

In den 70 Minuten davor führte uns das Schauspielduo vom Weimarer Kulturexpress, das vom achten Jahrgang und dem Sozialpädagogik Team im Rahmen der Drogenprävention an unsere Schule eingeladen worden war, durch das Leben und die schicksalhafte Beziehung von Anne und Flo.

Aus einer anfänglichen Sandkastenfreundschaft entwickelt sich im Jugendalter zwischen den beiden eine Beziehung. Flo bekommt von seinem Großvater als Zufluchtsort einen Schuppen zur Verfügung gestellt, den er sich mit Anne herrichtet. Hier bietet Flo seiner Freundin den ersten Joint an und kann mit seinen Argumenten zur Verharmlosung von Cannabis die Skepsis und Abneigung von Anne brechen. Sie erleben ihren ersten gemeinsamen Rausch.

Als nächstes bringt Flo eine Wasserpfeife, eine sogenannte Bong, in den Schuppen und schafft es wieder Anne zu überzeugen, doch mit ihm zu rauchen. Während Annes Leben noch in geregelten Bahnen verläuft, verfängt sich Flo immer mehr in einem Strudel von abfallenden Schulleistungen, Problemen und Gewalt im Elternhaus und Drogenkonsum. Seine Hemmschwelle sinkt und aus Gras, das er mittlerweile täglich konsumiert, wird Chrystal Meth. Aus seinen Äußerungen, jederzeit aufhören zu können, werden leere Versprechungen. Flo scheint nur noch dahin zu vegetieren und Anne sieht sich immer häufiger mit seiner rüden Gewalt konfrontiert, wenn dieser vor Entzugserscheinungen seine Kontrolle restlos verliert. Dies ist nicht mehr ihr Florian und sie verlässt ihn. Als sie zurück kommt, um ihren Schlüssel für den Schuppen abzugeben, sieht sie Flo leblos auf dem Bett liegen…

Durch ihr eindringliches und überzeugendes Spiel hat es das Schauspielduo Sonja Martens und Georg Raisch geschafft, das Publikum in seinen Bann zu ziehen. Selbst unter erschwerten Bedingungen (annähernd 30 Grad im Forum) blieben alle Schülerinnen und Schüler aufmerksam und klebten den Schauspielern förmlich an ihren Lippen. Auch wenn allen bewusst war, hier findet ein Schauspiel statt, so war die schauspielerische Leistung fulminant und real, dass die Fiktion immer mehr in Vergessenheit geriet. Das Elend eines Abhängigen schien sich wirklich vor unseren Augen abzuspielen und war regelrecht spürbar. Dabei wurde nicht mit dem erhobenen Zeigefinger aufgeklärt, sondern ein Bild gezeichnet, in welche drastische Richtung sich eine Abhängigkeit bewegen kann. Die Argumente für das Probieren und den Konsum von Cannabis entlehnten sich aus den gängigen Legalisierungsdebatten und wissen durchaus zu überzeugen, doch hat das Theaterstück klar vor Augen geführt, dass die Betrachtung dieser Argumente durch eine rosarote Brille ins Verderben führen kann.

Viele Jugendliche werden bestimmt einmal in die Situation kommen, dass sie diesen Argumenten ausgesetzt sind und sie sich entscheiden müssen, ob sie Drogen probieren, oder nicht. In meiner Generation lieferten die Lektüre und der Film „Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ die erschreckenden und eindringlichen Bilder, die viele in ihrer Entscheidung „Nein!“ zu sagen ausdrücklich bestärkten. Dieses Theaterstück mit seinen grandiosen Schauspielern hat in meinen Augen auch die Kraft, bleibende Bilder in den Köpfen seiner jugendlichen Zuschauer zu hinterlassen, die es ihnen in Zukunft leichter machen werden, zu Drogen „Nein!“ zu sagen.

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