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Excrementum sanctum!

Exkursionsfahrt der Lateinkurse Jg. 8, 9 und 10 nach Xanten

(HO) Die Sonne ist gerade erst über den Rhein gekrochen, als sich ein kleiner Trupp in Bewegung setzt, gerüstet für das große Unternehmen. Schweigend vorneweg der Anführer, den Blick fest auf sein Ziel geheftet – die Türme der Colonia Ulpia Traiana.

Nein, es sind keine Legionäre, sondern Lateinschülerinnen und –schüler, die den zwanzigminütigen Fußmarsch von der Jugendherberge zum Archäologischen Park Xanten antreten – allein ihr Wehklagen gemahnt an die Strapazen römischer Soldaten. Ihr Ziel jedoch ist ein völlig anderes: Erleben wollen sie, wie es war, das Leben vor knapp 2000 Jahren an der Grenze des Römischen Reiches zum freien Germanien jenseits des Rheins. Wie kleideten sich die Römer, mit welchen Spielen versüßten sie sich die wenige Freizeit, wie erholten sie sich in den Großen Thermen, welche Freude hatten sie an Gemmen- und Fibelschmuck, wie arbeiteten und wohnten sie als Handwerker? Die Antworten darauf liefern zahlreiche Workshops und Führungen, dargeboten mit rheinischem Zungenschlag und jeder Menge Motivation. So erfahren wir die Bedeutung von www in Zeiten der römischen Thermen (Wasser, Wärme, Wohlbefinden), lesen erstaunlich viele Informationen aus einer Glasscherbe von drei Quadratizentimetern Fläche ab und messen uns beim Soldatenspiel, einer antiken Variante des Damespiels.

Doch wer viel lernt, soll auch gut essen und so treffen wir uns, zünftig gewandet, zum original römischen Mittagessen nebst Wasser aus irdenen Krügen, das – zumindest vereinzelt – dankbare Abnehmer findet.

Am Amphitheater dann mahnt uns mit strengem Blick der barfüßige Kaiser Trajan höchstselbst, edler Stifter der Colonia, auch unser primäres Anliegen nicht zu kurz kommen zu lassen: die lateinische Sprache. Die Schülerinnen und Schüler lassen also ihre Erfahrungen aus dem Programm in selbstverfasste Theaterszenen fließen, die im Alltagsleben der Colonia hätten spielen können – selbstverständlich auf Latein! Abends werden uns dann die dazugehörigen Schauspiele dargeboten, die sicher auch das Herz manches Römers erfreut hätten: Da ärgern sich römische Matronen über ihre von giftiger Bleischminke verunstalteten Gesichter, aus Rom angereiste blasierte Großstädter sind in Erwartung von Löwen zum Gladiatorenkampf schockiert (Excrementum sanctum!), als doch nur ein schnöder Eber auftritt und eine mutige Sklavin wird von ihrer Herrin mit einem kostbaren Gewand belohnt. Der Applaus ist allen Drehbuchautoren und Schauspielern gewiss – auch wenn das Publikum nicht alles bei der ersten Vorstellung sofort verstehen konnte…

Ihr erworbenes Wissen stellen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dann noch in einem Quiz unter Beweis, die Gewinner dürfen sich über Süßes und ein römisches Rundmühlespiel freuen.

Den Weg zurück zum Bahnhof müssen die tapferen Rekruten dann übrigens nicht zu Fuß antreten – dafür sorgt der eigens bestellte „Nibelungen-Express“, ein Anbieter einer lokalen Bimmelbahn, der uns dank ordnungsamtlicher Schikane die Schönheit der Xantener Außenbezirke näherbringt, weil er die Hauptverkehrsstraßen nicht nutzen darf.

Und so kehren wir nach vier Tagen mit vielen neuen Erfahrungen und Erkenntnissen im Marschgepäck zurück ins Barbarenland. Doch sieh dich vor, Xanten – redibimus! Wir werden zurückkehren!

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