(HE) An der IGS Aurich fand sich auch in diesem Schuljahr wieder eine Gruppe von 20 Schülerinnen und Schüler der Oberstufe zusammen, die unter Leitung der Lehrkräfte Julian Kern und Daniel Hessing eine Fahrt nach Verdun in Frankreich unternahm. Wie kein anderer Ort steht Verdun für die Schrecken des Krieges. Hier fand im Jahr 1916 eine der blutigsten Schlachten der Menschheitsgeschichte statt, der ca. 300.000 Soldaten auf beiden Seiten der Front zum Opfer fielen. Die kämpfenden Soldaten gaben dem Ort damals Spitznamen wie „Knochenmühle“ oder „Blutpumpe“.

Die Schülergruppe traf sich bereits im Vorfeld der Fahrt zu einem Projekttag und einem Filmabend, um das Grundwissen zum Ersten Weltkrieg wieder aufzufrischen. Im Schulunterricht wird der Erste Weltkrieg oft aus politischer Perspektive als „Spiel der mächtigen Männer“ betrachtet. Dabei tritt die Sicht des einfachen Soldaten auf den Krieg in den Hintergrund. Ziel des Konzepts zur Verdunfahrt ist es daher, für die Schüler erfahrbar zu machen, was der Begriff „Krieg“ ganz konkret bedeutet und ihnen den Wert von Frieden und Freiheit bewusster zu machen.

Vor Ort in Verdun wurde den Schülern ein umfangreiches Programm geboten, das sich größtenteils auf dem ehemaligen Schlachtfeld abspielte. Aufgrund ihrer Erfahrung konnten die Lehrkräfte den Schülern auch versteckte Ecken des Schlachtfeldes zeigen, die nicht museal aufbereitet waren und nun seit über 100 Jahren fast unberührt von den Kämpfen um Verdun zeugen. Dank des guten Kontakts zu einer sehr erfahrenen Schlachtfeldführerin vor Ort konnte die Gruppe auch ein unterirdisches Stollensystem besichtigen, das während des Minenkriegs angelegt wurde. In 20 Metern Tiefe kamen beklemmende Gefühle hoch und man war den deutschen und den französischen Soldaten von 1916 und ihrem Leben unter der Erde näher als ein Schulbuch es einem jemals vermitteln könnte.

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Besonderen Eindruck machten auf die Schüler die Besuche dreier Soldatenfriedhöfe. Sie verglichen die Gestaltung eines französischen, eines amerikanischen und eines deutschen Friedhofs. Erst hier wurde dem einen oder anderen erst bewusst, dass jedes Kreuz für ein Einzelschicksal steht und viele der Gefallenen im Alter der Schüler waren, als sie starben. Ähnliche Gedanken äußerte die Gruppe beim Anblick der aufgeschichteten Knochen im Beinhaus von Douaumont, die keinem Soldaten namentlich zugeordnet werden konnten. Stellvertretend für die Schüler der IGS Aurich legte die Gruppe auf dem deutschen Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville einen Gedenkkranz ab, der dazu ermahnt, den Frieden unter den Völkern zu wahren und die Opfer des Krieges nicht zu vergessen.

Finanziell unterstützt wurde die Fahrt von der IGS Aurich und auch wieder von Dr. Peter Becker und seiner „Stiftung Friedensbildung“. Die Zusammenarbeit zwischen den Lehrkräften Kern und Hessing und der Stiftung wird immer enger und soll in Zukunft noch weiter ausgebaut werden. So wurde das Konzept der Lehrkräfte zur Fahrt bereits Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier vorgelegt. Ziel ist es, eine bundesweite Plattform für interessierte Lehrkräfte zu schaffen, die ebenfalls eine Schulfahrt nach Verdun anbieten möchten.

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