Veranstaltungen

BILDER DEINER GROSSEN LIEBE
Theaterstück der Landesbühne an der IGS Aurich

(SZ) Isa ist verrückt – die Zuschauer sind verrückt – wir alle sind verrückt – ODER?

Was ist verrückt?

Isa beschäftigt sich mit dieser Frage. Sie ist die Hauptfigur in diesem Stück – und wir kennen sie schon ...

Isa tritt von Beginn an laut und verstörend auf der Bühne vor den Neuntklässlern auf:

Wir erleben eine zornige, eine motzige, eine laute, eine verletzte, orientierungslose Isa - aber es gibt auch kleine Szenen, da erleben wir eine ganz andere: eine leise, sinnliche, zartfühlende, romantische Isa, die sich nach der Idylle einer heilen, beschützenden Familie sehnt, nach Wärme, Halt und Geborgenheit, um die sie andere beneidet, die sie scheinbar haben.

Isa ist unterwegs und erzählt hektisch, teilweise überdreht, von ihrem Leben und ihrer Suche – und davon, wodurch ihre Probleme in ihrer Kindheit entstanden.

So schließt das Stück an das Road-Movie „Tschick“ von Herrndorf an (vor einigen Jahren bei uns in der Schule aufgeführt), indem nun die Perspektive der verrückten (?) Protagonistin eingenommen wird, die „damals“ mit den beiden Jungen, Maik und Tschick, in einem Lada unterwegs war – auch jetzt, wie damals, ohne Ziel, ohne wirkliche Perspektive, ohne Halt – aber mit Bewusstsein für Gefahr und für gesellschaftspolitische Themen wie z. B. den Folgen des Kriegseinsatzes in Afghanistan.

Begleitet wird sie auf der Bühne von unterschiedlichen Männern, die sie hier und da trifft – alle von einem Schauspieler dargestellt, der nicht nur gekonnt von einer Minute zur anderen in eine neue Rolle schlüpft, sondern die verschiedenen Situationen mit Assonanzen und Dissonanzen auf seiner roten Gitarre und dem Keyboard untermalt oder dominiert. So lebt die Dynamik des Stückes auch durchgehend von der musikalischen Begleitung, die - wie Isa – mal aggressiv verstörend, mal sanft und fast zärtlich ist.

Die Schülerinnen und Schüler folgten dem Stück auf der Bühne, das auch unerwartete umgangssprachliche Sequenzen enthält und so direkt in ihre Lebenswelt eindringt, gebannt.

Isa: „Verrückt sein heißt ja auch nur, dass man verrückt ist und nicht bescheuert.“

Schauspielduo beeindruckt in Anti-Drogen Theaterstück

(Jann Janssen) Sprachlos starrten wir auf die Bühne, das Forum war mit Schweigen durchflutet und bestimmt hatten auch einige eine Träne im Auge – schließlich war gerade eben vor unseren Augen der 17 jährige Flo an einem Herzinfarkt gestorben, den er nach dem Missbrauch von Chrystal Meth erlitten hatte. Erst als die beiden Schauspieler sich an den Bühnenrand begaben, um sich vor dem Publikum zu verneigen brandete ein langanhaltender Applaus aus.

In den 70 Minuten davor führte uns das Schauspielduo vom Weimarer Kulturexpress, das vom achten Jahrgang und dem Sozialpädagogik Team im Rahmen der Drogenprävention an unsere Schule eingeladen worden war, durch das Leben und die schicksalhafte Beziehung von Anne und Flo.

Aus einer anfänglichen Sandkastenfreundschaft entwickelt sich im Jugendalter zwischen den beiden eine Beziehung. Flo bekommt von seinem Großvater als Zufluchtsort einen Schuppen zur Verfügung gestellt, den er sich mit Anne herrichtet. Hier bietet Flo seiner Freundin den ersten Joint an und kann mit seinen Argumenten zur Verharmlosung von Cannabis die Skepsis und Abneigung von Anne brechen. Sie erleben ihren ersten gemeinsamen Rausch.

Als nächstes bringt Flo eine Wasserpfeife, eine sogenannte Bong, in den Schuppen und schafft es wieder Anne zu überzeugen, doch mit ihm zu rauchen. Während Annes Leben noch in geregelten Bahnen verläuft, verfängt sich Flo immer mehr in einem Strudel von abfallenden Schulleistungen, Problemen und Gewalt im Elternhaus und Drogenkonsum. Seine Hemmschwelle sinkt und aus Gras, das er mittlerweile täglich konsumiert, wird Chrystal Meth. Aus seinen Äußerungen, jederzeit aufhören zu können, werden leere Versprechungen. Flo scheint nur noch dahin zu vegetieren und Anne sieht sich immer häufiger mit seiner rüden Gewalt konfrontiert, wenn dieser vor Entzugserscheinungen seine Kontrolle restlos verliert. Dies ist nicht mehr ihr Florian und sie verlässt ihn. Als sie zurück kommt, um ihren Schlüssel für den Schuppen abzugeben, sieht sie Flo leblos auf dem Bett liegen…

Durch ihr eindringliches und überzeugendes Spiel hat es das Schauspielduo Sonja Martens und Georg Raisch geschafft, das Publikum in seinen Bann zu ziehen. Selbst unter erschwerten Bedingungen (annähernd 30 Grad im Forum) blieben alle Schülerinnen und Schüler aufmerksam und klebten den Schauspielern förmlich an ihren Lippen. Auch wenn allen bewusst war, hier findet ein Schauspiel statt, so war die schauspielerische Leistung fulminant und real, dass die Fiktion immer mehr in Vergessenheit geriet. Das Elend eines Abhängigen schien sich wirklich vor unseren Augen abzuspielen und war regelrecht spürbar. Dabei wurde nicht mit dem erhobenen Zeigefinger aufgeklärt, sondern ein Bild gezeichnet, in welche drastische Richtung sich eine Abhängigkeit bewegen kann. Die Argumente für das Probieren und den Konsum von Cannabis entlehnten sich aus den gängigen Legalisierungsdebatten und wissen durchaus zu überzeugen, doch hat das Theaterstück klar vor Augen geführt, dass die Betrachtung dieser Argumente durch eine rosarote Brille ins Verderben führen kann.

Viele Jugendliche werden bestimmt einmal in die Situation kommen, dass sie diesen Argumenten ausgesetzt sind und sie sich entscheiden müssen, ob sie Drogen probieren, oder nicht. In meiner Generation lieferten die Lektüre und der Film „Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ die erschreckenden und eindringlichen Bilder, die viele in ihrer Entscheidung „Nein!“ zu sagen ausdrücklich bestärkten. Dieses Theaterstück mit seinen grandiosen Schauspielern hat in meinen Augen auch die Kraft, bleibende Bilder in den Köpfen seiner jugendlichen Zuschauer zu hinterlassen, die es ihnen in Zukunft leichter machen werden, zu Drogen „Nein!“ zu sagen.

  • 20180531_095146
  • 20180531_100521
  • 20180531_102121
  • 20180531_103427
  • 20180531_105026
  • 20180531_105151

 

(SZ) Fast täglich entführen wir unsere Schülerinnen und Schüler in die Welt und Welten der Wörter – ob in Märchen, Gedichten, Fabeln, Geschichten und Romanen oder im Theater, überall gibt es etwas zu entdecken: interessant, spannend, lustig, herausfordernd. Dabei geht es nicht nur ums Lesen – nein, auch das Selbermachen, sich sozusagen als Schriftsteller oder Schriftstellerin auszuprobieren und dabei mutig mit Wörtern zu experimentieren, ist immer wieder möglich und spannend. Vorgegebene Texte können wir szenisch erarbeiten und anderen präsentieren. So gehen wir in allen literarischen Werken – fremden und eigenen - auf Spurensuche: Was entdecke ich darin? Welche Bezüge gibt es zu meinem eigenen Leben? Dabei entstehen im Deutschunterricht immer wieder tolle Ergebnisse, woraus wir nun ein literarisches Fest gemacht haben.

Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 5 – 12 präsentierten ein lebendiges Programm mit einer bunten Palette sehr gelungener Beiträge: selbst geschriebene Märchen und Elfchen (Jg. 5), Sockenpuppentheater zu selbst entworfenen Fabeln sowie Buchvorstellungen (Jg. 6), eine szenische Darstellung eines Auszugs aus einem modernen Drama (Jg. 9), Poetry-Slam mit vielen selbst geschriebenen, subjektive Empfindungen ausdrückenden Texten (Jg. 10), eine kritische Rezension zu Martin Suters „Small World“ (Jg. 11) sowie vielfältige Illustrationen in verschiedenen Techniken als Interpretationen zu literarischen Werken aus dem Unterricht – u.a. zu Kafkas „Verwandlung“ und zum Thema „Landschaft“.

Der immer wieder aufkommende Applaus des Publikums zeugte davon, wie unterhaltsam und niveauvoll die Beiträge waren. Das allein war eigentlich schon Lohn genug für die Teilnehmenden, aber sie bekamen zusätzlich noch jeweils ein Geschenk. Dabei waren vor allem die Kinogutscheine für die Schülerinnen und Schüler der höheren Jahrgänge der Renner. Einen schönen Rahmen bot das wunderbare Sommerwetter, das man auf der Dachterasse an diesem Abend mit Getränken und Snacks genießen konnte.

Ein rundum gelungenes Fest in den WORTWELTEN!

  • DSC03663
  • DSC03671
  • DSC03673
  • DSC03674
  • DSC03675
  • DSC03682
  • DSC03689
  • DSC03691
  • DSC03694
  • DSC03696
  • DSC03699
  • DSC03704
  • DSC03705
  • DSC03708
  • DSC03709
  • DSC03713
  • DSC03722
  • DSC03723
  • DSC03729
  • DSC03737
  • DSC03746
  • DSC03750
  • DSC03751
  • DSC03754
  • DSC03760
  • DSC03774
  • DSC03788
  • DSC03798
  • DSC03807
  • DSC03810
  • DSC03813
  • DSC03814
  • DSC03820
  • DSC03823
  • DSC03825
  • DSC03828
  • DSC03831
  • DSC03836
  • DSC03851
JSN Epic is designed by JoomlaShine.com