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Besuch von Paul Ronzheimer an der IGS Aurich

(HO) Nach Rudolf Eucken blieb es lange still. Der Auricher Philosoph hatte es 1908 zum Literatur-Nobelpreis gebracht und wurde damit zum Shooting-Star der Region. Allerdings kehrte er wohl nie in seine Geburtsstadt zurück.

Im Jahr 2026 hat Aurich mit Paul Ronzheimer wieder einen neuen Prominenten – und er kam anlässlich eines Familienfests tatsächlich für einen Vormittag zu Besuch an die Schule, an der sein Vater lange Zeit Jahrgangsleiter gewesen war, um sich dort von Schülerinnen und Schülern der Jahrgänge 10, 12 und 13 interviewen zu lassen. Ganz gegen seine sonstige Gewohnheit, denn eigentlich ist er es, der die Fragen stellt – und zwar dermaßen erfolgreich, dass auch Gäste aus für andere unerreichbaren Sphären der Einladung in seinen gleichnamigen Podcast folgen: Ob Außenminister Johann Wadephul, Finanzminister Lars Klingbeil, Karl-Theodor zu Guttenberg oder Wladimir Klitschko, letzterer ließ sich sogar live ans Telefon holen – Ronzheimer versteht sich auf die Interviews mit den Großen dieser Welt.

Paul Ronzheimer im Videocall mit Wladimir Klitschko.
Paul Ronzheimer im Videocall mit Wladimir Klitschko

Wen er bisher noch nicht am Mikrofon hatte, aber gerne mal hätte? Da muss der Medienprofi nicht lange überlegen: Wladimir Putin. Ein momentan wohl unerreichbarer, aber definitiv interessanter Gesprächspartner.

Nach einer kurzen Aufwärmrunde, in der Ronzheimer Satzanfänge vervollständigen musste, ging es ans Eingemachte, denn nun strömten die Fragen der Anwesenden auf ihn ein. Moderiert von den Politiklehrern Herrn Ackerstaff und Herrn Lengert hielt man sich in den Bereichen Politik, Medien und Ausland auf – und das mit derselben kritischen Distanz, die auch Ronzheimer selbst in seinen Interviews an den Tag legt.

Paul Ronzheimer und die Moderatoren wärmen sich auf
Paul Ronzheimer und die Moderatoren wärmen sich auf

Die Rolle seines Heimatmediums, der Bild-Zeitung, in der Flüchtlingsdebatte, wird ebenso angesprochen wie die journalistischen Maßstäbe, die Ronzheimer selbst anlegt. Dieser zeigt bei aller professionellen Beantwortung auch Selbstkritik und räumt ein, einige Artikel und auch eigene Interviews heute anders zu sehen und zukünftig anders vorzugehen.

Der stellvertretende Chefredakteur der BILD stellt sich den Fragen der Schülerinnen und Schüler.
Der stellvertretende Chefredakteur der BILD stellt sich den Fragen der Schülerinnen und Schüler.

Immer wieder reichert der Journalist seine Ausführungen durch spannende Einblicke in die Welt der Mächtigen an und erzählt auch, wie er vom kleinen Volontär zum stellvertretenden Chefredakteur wurde – vielleicht ein Vorbild für künftige kritische Fragensteller*innen aus Aurich?

Wir bleiben dran!

Im Mittelpunkt des Vormittags standen die Fragen der Schülerinnen und Schüler.
Im Mittelpunkt des Vormittags standen die Fragen der Schülerinnen und Schüler.